Die außergewöhnlichsten Menschen Ostasiens

Posted: June 10, 2012 in Deutsch, Wanderlust
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(To read the article in English click here!) 

Nur ein einziger Monat in 4 verschiedenen Ländern ist definitiv nicht genug um einen tiefen Eindruck in alle Aspekte der Gesellschaft der einzelnen Länder zu gewinnen. Doch auch wenn ich nur an der Oberfläche dieser interessanten und oft sehr mysteriösen Kulturen kratzen konnte, war ich dennoch in der Lage eine Menge außergewöhnlicher Menschen kennen zu lernen. Jeder einzelne von ihnen war sehr verschieden und zugleich doch vereint in einer tiefen Freundlichkeit, die sie mir entgegenbrachten. So habe ich es nicht nur geschafft 15 meiner Freunde in ihren eigenen Ländern zu besuchen, sondern ich war auch glücklich genug ein zu Hause und eine Familie an jedem Ort zu haben, bei der ich einher kehren konnte. Dies ermöglichte es mir einen tieferen Einblick in die Kultur, das Familienleben und die Traditionen der einzelnen Länder zu haben, was mir niemals als „normaler Tourist“ möglich wäre. Anstatt der normalen „Lonely Planet“ Rute zu folgen, hatte ich lokale Experten, die mir ihre Lieblingsrestaurants, -tempel und -plätze zeigten und durch die ich sogar noch mehr interessante Menschen kennen lernen konnte.  

Meine Reise begann in Bangkok, eine Stadt, die wie ein riesiges Ameisennest wirkt. Menschen sind überall: auf den Bürgersteigen, der Straße und auf dem Wasser…einfach überall; und du bist in der Mitte von ihnen, wie ein kleiner verlorener Käfer, der nicht wirklich zu den anderen gehört. Was mich am Meisten an Bangkok beeindruckte, sind die Englischfähigkeiten der Menschen. Wenn man in Japan lebt, ein Land mit einem der höchsten Bildungsgrade der Welt, kann es trotzdem sehr schwer sein sich ohne Japanischkenntnisse verständigen zu können. Obwohl Japaner sehr viel Englisch in der Schule lernen, ist die Mehrheit nicht in der Lage sich in der Weltsprache zu unterhalten. In Bangkok jedoch haben die Menschen realisiert, dass man eine Menge Geld mit Ausländern machen kann. Viele der „ungebildeten“ Billigarbeiter in Thailand können deshalb viel besser Englisch sprächen, als die hochbezahlten, gut ausgebildeten Geschäftsmänner in Japan. Eine Tatsache die mich sehr überraschte. In Bangkok hatte ich dann wahrscheinlich die tiefsten Gespräche mit einem Schneider aus Nepal, der einen Anzug für mich an fertigte. Während er an meinem hervorragenden Anzug arbeitete lernte ich viel über sein Leben, warum er nach Thailand kam und weshalb Bollywood-Filme die besten Filme der Welt sind. 

Taiwan stand im starken Kontrast zu Bangkok. Menschen folgten viel mehr Regeln und das Leben schien weniger chaotisch. Viele Leute, besonders in meinem Alter, konnten perfektes Englisch sprechen. Ich hatte sehr großes Glück bei einer Uni-Freundin zu übernachten, die sich als perfekter Gastgeber herausstellte. Sie zeigte mir die besten Plätze in Taiwan und ich lernte sogar ihre ganze Familie kennen, einschließlich ihrer Großeltern. Am Ende hatte ihre Familie einen kleinen internen Wettkampf, wer am besten für mich kochen könne: Der Gewinner war natürlich ICH.

Die interessantesten und außergewöhnlichsten Menschen habe ich in Korea getroffen. Ich hatte stundenlange Gespräche mit der koreanischen Mutter meiner Freundin, ohne auch nur ein Wort in einer gemeinsamen Sprache zu sprechen. Zum Glück war meine Freundin ein Genie in Simultaner Übersetzung. Ich trank Tee mit einer der berühmtesten Hanji (Koreanisches Papier) Meisterin in Korea, die mir sogar ein kleines Geschenk gab. Nichts konnte mich jedoch auf Seoul vorbereiten. Taxifahrer, die 20 Minuten lang über Japaner fluchten, T-shirt Verkäufer, die mir nach schrien „Ich will dich, Ich vermisse dich“ und ein Barkeeper, der nur deutsche Lieder spielte, angefangen mit der Deutschen Hymne, sobald er herausfand, dass ich aus Deutschland komme. Mein absoluter Höhepunkt war jedoch der erste koreanische Mormone, den ich im Nationalen Museum traf. Sein Base-cap mit den Buchstaben „S-E-X“ hätte mir eigentlich schon einen Hinweis geben sollten auf das was folgte. Nachdem er sein Gespräch mit den Worten „Es ist wirklich einfach Liebe mit einer schwedischen Frau zu machen“ anfing, gab er mir einen sehr eindringlichen Blick und fragte: „Kann ich dich ehrlich fragen wie viele Frauen du schon in deinem Leben erfahren hast?“. Und meine Alarmglocken läuteten. 

Nach all dieser koreanischen Verrücktheit war mein letztes Ziel Hong Kong und Macau. Die Menschen hier sind immer in Eile. Niemand hat Zeit für nichts. Als ich zum Beispiel grade erst zur Hälfte mit meinem Mittagessen im Restaurant fertig war, wollte mich die Kellnerin schon fast wieder raus werfen um Platz für die nächsten Geste zu machen. Überraschenderweise konnten nicht sehr viele Menschen Englisch sprechen. Leute aus Hong Kong sind auch nicht sehr freundlich aus Mangel an Zeit, während Macau’s Bewohner viel entspannter und freundlicher sind. Sehr faszinierend war die Tradition an beiden Orten, dass Leute ihr eigenes Geschirr mit Tee abwuschen bevor sie es benutzen, sogar in Restaurants. Alles in Allem, habe ich viele neue Freunde und sehr nette Familien in beiden Städten kennen gelernt.

Die Vielzahl und Anzahl der Menschen, die ich während meines kleinen Asienurlaubs kennen gelernt habe war unglaublich. Sie machten meine Reise zu etwas Besonderen und gaben mir einen tiefen Einblick in ihre Kulturen, wofür ich sehr Dankbar bin!

Mehr über die Städte selber könnt ihr hier lesen.

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Comments
  1. Reblogged this on Letters From A Distance and commented:
    The newsest blog on Global Echos

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