Mein Besuch zu einem der umstrittensten Orte Japans: Der Yasukuni Schrein und das Yushukan Kriegsmuseum

Posted: December 4, 2011 in Deutsch, Kaffeeklatsch, Wanderlust
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Der Yasukuni Schrein wurde 1869 auf Befehl des Japanischen Kaisers erbaut. Er is all den Soldaten gewidmet, die ihr Leben für den Kaiser und das Japanische Kaiserreich geopfert haben. Zur Zeit beherbergt der Schrein um die 2,5 Millionen  Seelen (Kami) von verstorben Männern und Frauen, die seit der Meiji Restauration und vorallem während des Zweiten Weltkrieges gestorben sind. Dass der Schrein einen besonderen Status in Japan genießt zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass es der einzige Ort war an dem sich der Japanische Kaiser jemals verbeugte, um seinen Respekt zu zeigen.

Besondere internationale Aufmerksamkeit, vor allem in Asien, erhielt der Schrein in den 70er Jahren. In 1978 wurden nämlich die Kamis (Seelen) von 14 Klasse A-Kriegsverbrechern im Yasukuni Schrein religiös verankert. Diese Kriegsverbrecher wurden während der Tokioter Prozessen 1946 als Hauptverantwortliche im Planen und Ausführen des Japanischen Angriffskrieges verurteilt. Die Entscheidung der Priester den Schrein nicht nur gewöhnlichen japanischen Soldaten, sondern auch verurteilten Kriegsverbrechern zu widmen, verursachte vielfache internationale Empörung vor allem in Ostasiatischen Ländern wie China, Taiwan und Korea, die besonders stark unter dem 15 Jahre wärenden japanischen Angriffskrieg zu leiden hatten. Aber nicht nur in Asien sondern auch in Japan selber kam es zu imensem Wiederstand und Kritik gegen diese Entscheidung, die sogar soweit führte, dass der Japanische Kaiser höchst persönlich  seit 1978 den Yasukuni Schrein kein einziges Mal mehr besuchte. Japanische Politker hingegen nutzen oft Yasukuni-Besuche um Wähler zu gewinnen und sich in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Vor allem Primierminister Koizumi (2001-2006) verursachte mit seinen jährlichen Besuchen einen nahe zu kompletten Stillstand aller politscher Beziehungen mit China und erhielt enorme internationale Kritik.

Solch einen Ort wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin deshalb zusammen mit 3 Freunden (2 Taiwanesen und einer Koreanerin) zum Yasukuni Schrein gegangen. Das gigantische Eingangstor und der Schrein selber sind schon sehr beeindruckend, jedoch kommt man leider nicht in den Schrein hinein.  Wo man hingegen hinein gehen kann ist das (ebenfalls sehr kontroverse) Yushukan Kriegsmuseum.

“Durch die Berührung der Aufrichtigkeit der hier eingelassen Seelen, die ihr kostbares Leben für ihr geliebtes Mutterland,  ihre Heimatstädte und Familien geopfert haben, wirst du vielleicht etwas kostbares entdecken.” – Yoshukan Museum’s Broschüre

Das Museum selber konzentriert sich vorallem auf die Geschichte Japans in der Zeitspanne von 1920-1946. Bilder, Karten und Fotos zeigen die Ausdehnung und Eroberungen des Japanischen Kaiserreiches in Asien. Zudem sind auch viele andere Austellungstücke von Uniformen über Waffen bis hin zu Panzern und Zero-Flugzeugen zu begutachten. Erstaunlicherweise gibt es sehr viele englishe Schilder und Erklärungen, was man nicht von jedem Museum in Japan behaupten kann.

Als Ausländer und vorallem als Deutscher kann man jedoch im Museum eine sehr klare konservative und teilweise nationalistische Linie erkennen. Während in deutschen Museen über die Opfer und die Gräultaten des Krieges berichtet wird, ist der Fokus hier ein ganz anderer. Wie schon das Zitat erläutert steht der japanische Soldat im Mittelpunkt, der sein Leben für etwas gloreiches, nämlichen den Kaiser und das Kaiserreich, geopfert hat. Opfer, die zu Millionen in Konzentrationslagern und währen etlichen japanischen Massakern starben, werden fast garnicht erwähnt. Auch der Gebrauch von Wörtern ist sehr unterschiedlich im Vergleich zu deutschen Museen. Die Invasion in China und anderen Regionen wird als “Zwischenfall” bezeichnet, ein Wort das man hundertfach wiederfindet, und der Hauptgrund warum Japan überhaupt nach China gegangen ist, war das Erstarken von bösen Anti-Japanischen Rebellen in China, die nichts als Zerstörung suchten.

Erstaunlicher Weise gibt es keinen Raum der sich den Atombomben witmet,  jedoch gibt es im Museum’s Kino einen film (leider nicht in Englisch, aber man kriegt die Stimmung schon mit) der damit beginnt, dass Kinder mit Blumen spielen und dann ist da auch schon ein großer Atompilz.

Das Yushukan Kriegsmuseum ist Alles in Allem sehr interresant und hat auch sehr vielfältige Austellungsstücke. Nichts desto trotz wird man ein gewisses Unbehagen nicht los, dass die Art und Weise, in der die Vergangenheit dargestellt wird, in keinem Fall vörderlich sein kann für in friedliches Verständnis von gemeinsamer asiatischer Geschichte.  Ich glaube, solange es immer noch Orte wie denYasukuni Schrein und das Yushukan Kriegsmuseum gibt, hat Japan noch einen langen Weg zu gehen um das Vertrauen und Ansehen seiner asiatischen Nachbarn zu gewinnen.

(Yasukuni beherbergt auch noch einen kleinen versteckten Koi-Teich, den man vielleicht nicht sofort findet, der aber einfach wunder schön ist und bei dem man die Fische buchstäblich zu sich ranrufen kann!)

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Comments
  1. Rooki says:

    Geschichte wird von den Siegern geschrieben….Das ist ein sehr interessanter Artikel mein Schatz.

  2. Jan says:

    Ahoi, ich bin mal so frei und schreibe was auf deiner Seite. Sieht schick aus! Ich beschaeftige mich auch seit kurzem mit WordPress kapiere aber noch nicht alles. Deine Seite ist mir da immer eine gute Anregung. Danke!

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