Deutsche Ängste vor einem strahlenden Japan

Posted: September 4, 2011 in Deutsch, Kaffeeklatsch, Wanderlust
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von Jan Tzschichhold

Das japanische Erdbeben, in dem zehntausende Menschen ums Leben kamen und das mehrere Kernschmelzen im Fukushima Daiichi Kernkraftwerk verursachte, stellte eine solch zerstörerisches Unglück dar, dass seine Ausmaße weit über Japan hinausreichten. Besonders ein Land, auf der anderen Seite der Welt, mehr als 9000 km weit entfernt, schien von den Geschehnissen im fernen Osten auf den Kopf gestellt. Massendemonstrationen, Verkaufsanstiege von Jod-Tabletten und die panische Entscheidung 7 funktionierende Kernkraftwerke abzuschalten, waren nur einige der Reaktionen der Regierung und auch der Bevölkerung Deutschlands.

Seit dem Unglückstag, dem 11. März, sind nun schon einige Monate vergangen und noch immer scheint das Japanische „Strahlengespenst“ in den Köpfen der Deutschen umher zu spuken. In wenigen Tagen werde ich mein Auslandsjahr in, und nun haltet euch fest, Tokio anfangen. Unglücklicherweise jedoch hat sich seit dem 11. März hat die Allgemeine Freude und Unterstüzung vieler meine Verwanden und Bekannten in Besorgnis und vielleicht gerade noch Bewunderung meines Mutes gewandelt. Diese allgemeine Apathie und Angst gegenüber Japan hat sich bis zum heutigen Tag wenig geändert aus dem einfachen Grunde heraus, dass sich die allgemeine Strahlenhystery und die selbstgemachte allumgebene Verseuchungsgefahr noch nicht aus dem deutschen Verständnis gelöst haben. Ich bin nicht mutig nur weil ich nach Japan gehen, sondern ich bin rational und vor allem handele ich mit einem gesunden Menschenverstand der die neuesten Informationen berücksichtigt.

Sowohl der Tagesspiegel als auch die Berliner Morgenpost bestätigen demnach Messungen, die unter anderem der deutsche TÜV durchgeführt hat, dass die aktuellen Strahlenwerte in Tokio geringer sind als die Strahlenwerte Berlins. Das heißt nun nicht, dass alle hysterischen und auf Gesundheit achtenden Deutsche nach Tokio fliehen sollten, aber es zeigt auf jedenfall, dass Tokio sicher ist. Es stimmt zwar, dass Fukushima noch immer erhöte Werte aufweist, aber diese Gebiete sind auch für die Öffentlichkeit größtenteils gesperrt. Auch Lebensmittel von allen Japanischen Präfekturen werden aufs genauste untersucht. Die Deutsche Botschaft hat dies bezüglich einen Bericht veröffentlicht in dem genauste Zahlen angegeben werden. So ist das Leitungswasser aller Präfekturen, selbst in Fukushima, unbedenklich und von sämtliche Lebensmitteln weisen weniger als 3 Prozent geringe Verstrahlungen auf. Dreiviertel von den verstrahlen Lebensmitteln stammen aus Fokushima und werden oft sofort vernichtet.

Vorallem liebe ich es mich mit Menschen zu unterhalten, die mir doch tatsächlich erzählen wollen wie hoch das Krebsrisiko in Japan sei. Kurz bevor sie sich eine Zigarette anstecken. Selbst (regelmäßiges) passives rauchen kann jedoch das Lungenkrebsrisiko um bis zu 40 Prozent erhöhen, vom aktiven Rauchen ganz zu schweigen. Es ist also das einzig gesundheitlich Richtige, mich von diesen Menschen so weit wie möglich fern zu halten, am besten in Tokio (also weiter geht es nun wirklich nicht). Und für die, die ganz Krebsfrei leben wollen, trinkt am besten auch keinen Alkohol, haltet euch von der Sonne mit ihren bösen krebserregenden Strahlen fern und lebt am besten nicht auf der Erde, dann egal auf welchem Fleck in der Welt, man ist immer einer gewissen Umweltstrahlung ausgesetzt.

Ich statt dessen genieße das Leben so wie es ist, mit all seiner Strahlung und kann es kaum erwarten im Flieger Richtung Japan zu sitzen. Während des Fluges werde ich wahrscheinlich auch die meiste Strahlung (kosmische) während meines ganzen Jahres abbekommen, etwa 5 Prozent, aber ich hab ja in Tokio genug Zeit, die wieder abzubauen…

 (Picture: Dreamstime.com)


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Comments
  1. Rooki says:

    Ganz schön selbstbewußt. Das ist der Mut, die Entdeckerfreude und das Charisma der Jugend.

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