Nicht ohne Mückenspray: Jan Tzschichhold packt die Koffer und geht für ein Jahr nach Mexiko

Posted: August 13, 2011 in Deutsch, Wanderlust
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Märkische Algemeine Zeitung 03.07.2008

Irgendwo zwischen Chili, Tequila und Sombrero-Folklore liegt die mexikanische Realität. Jan Tzschichhold wird sie erleben. Der Potsdamer Abiturient absolviert sein freiwilliges soziales Jahr in Mexiko.

Von Anja Naumann

Nach der Schule endlich hinaus, die Welt erobern – diesen Wunsch wird sich Jan Tzschichhold erfüllen. Der 18-Jährige hat gerade sein Abitur am Leibniz-Gymnasium bestanden und wird Potsdam in genau einem Monat verlassen. Am 4. August geht Jan für ein freiwilliges soziales Jahr nach Mexiko.

Was seine Aufgabe und seinen Einsatzort angeht, muss sich Jan überraschen lassen – beides steht noch nicht fest. Bei den Projekten in Mexiko arbeiten sozial engagierte Jugendliche verschiedener Nationen zusammen. Die Freiwilligen werden aufgeschlossen sein und wollen was erleben, da ist Jan zuversichtlich. Jan sieht in seinem Auslandsjahr die Chance zur Selbstfindung und vielleicht zur beruflichen Orientierung. Außerdem kann er das Nützliche mit dem Praktischen verbinden: ein FSJ wird als Zivildienst anerkannt. Seinen Dienst für Deutschland hat er damit geleistet. Der Bund kam für ihn nicht infrage.

Verständigungmit Händen und Füßen

„Die Kultur Europas und der USA sind der deutschen Kultur zu ähnlich“, erklärt Jan, warum er sich für Mexiko entschieden hat. Seine Südamerika-Erfahrungen beschränken sich auf eine Kubareise mit seinen Eltern. Sonst ist er viel gereist. Er kennt die Strände Hawaiis, die Insel Sri Lanka und auch innerhalb Europas führten ihn seine Reisen herum. Durch einen Schüleraustausch kam er nach Schweden, ein weiterer Austausch mit Studenten ermöglichte ihm zwei Wochen Japan. Die Verständigung klappte zur Not mit Händen und Füßen. Japaner feiern ebenso gern, wie andere Menschen, stellte Jan fest, der nach seinen Reisen einige Vorurteile abgebaut hat.

Auf sein Jahr im Ausland hat er sich bis auf einen Spanisch-Sprachkurs kaum vorbereitet. Nur die Abschiedsparty ist schon geplant. Ein paar wenige Bücher und Bildbände hat er sich angeschaut. Aber in vorsichtiger Dosis: Jan will nicht zu viel über das Land lesen, weil er sich möglichst vorurteilsfrei vor Ort von allen Eindrücken überwältigen lassen will.

Gut geimpft ist halb verreist

Vor Mücken, die Krankheiten wie Malaria und Hepatitis übertragen, hat Jan Tzschichhold keine Angst. „Ich sterbe eher an einem Autounfall als an einem Mückenstich“, scherzt er. Die Hepatitis-A-Impfung hat er auch schon hinter sich, die gegen Typhus folgt noch. Sein Mückenspray wird er außerdem immer dabei haben. Sein Entschluss nach Mexiko zu gehen hat Familie und Freunde anfangs geschockt. Nun sind sie entspannter, auch seine Mutter. Die Großeltern dagegen waren sofort begeistert; sie freuten sich, dass Jan die Chance nutzt. Einen Laptop nimmt Jan nicht, er möchte sich vom digitalen Leben lösen und die alten Beziehungen ein wenig ruhen lassen. Die eine oder andere Postkarte oder E-Mail wird er aber schreiben.

Jan hofft, dass ihn das Jahr in der Fremde selbstständiger macht. Er wird in ein neues Umfeld hineingeworfen, wo es keine Eltern gibt, die Wäsche waschen oder Essen kochen. Sein Spanisch wird sich in dem Jahr auf jeden Fall verbessern. Und das könnte im Beruf in dieser globalisierten Welt nur von Vorteil sein.

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